oh, the places i’ve cried [installation]

installation aus inkjet-prints, nägeln, faden, zines, 2026

begleitet / beinhaltet das zine «oh, the places i’ve cried».


«Oh, The Places I've Cried» ist eine psychogeographische Dokumentation des ersten Jahres, das die Künstlerin in Wien verbracht hat, ein Musem im Sinne von Hannah Baers' «trans girl suicide museum»: Eine Katalogisierung innerer, psychotischer Erfahrung, eine Sammlung aller Orte, an denen die Künstlerin geweint hat, ein Versuch, mit Hilfe von Kartografie, Fotografie und fragmentierter Narration eine verzerrte Wahrnehmung der Stadt festzuhalten, begehbar, erfassbar zu machen.

Im Zentrum der Installation hängt an Fäden eine Karte der Stadt, auf der alle Orte mit Nägeln markiert sind, an denen die Künstlerin zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 geweint hat. Rund um die Karte hängen Schwarz-Weiss-Prints von Fotografien dieser Orte, die mit (Narrations-)Fäden miteinander und mit der Karte im Stil einer wall of evidence verknüpft werden. Auf einem Sockel unter der Karte befinden sich Leseexemplare eines Zines, in dem ein Dutzend der katalogisierten Orte zum Ausgangspunkt kurzer narrativer Fragmente werden oder die Orte des Weinens im Stil eines Reiseführers bewertet und systematisiert werden.

Als fragmentisierte Erzählung schwer fassbarer Erfahrung und Erinnerung steht die Installation in der narrativen Tradition von Werken wie Mark Z. Danielewskis «House of Leaves», Carmen Maria Machados «In The Dream House» oder Jessica Jurassicas «Gaslicht», orientiert sich ebenso in Konzeption wie auch in der Prosa des Zines an memetischer Praxis und Internetliteratur wie Honor Levys «my first book», versucht einen Zugang zu innerer Erfahrung von Identität und Krankheit zu schaffen, der konzeptuell auf Hannah Baers «trans girl suicide museum» und Kay Matters «Muskeln aus Plastik» aufbaut und steht als radikal individuelle Kartografie in einer situationistischen Tradition, wie sie beispielsweise im «Guide psychogéographieque de Paris» von Guy Debord zu finden ist.

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